Die Geschichte der Farbmühle

Die Bedingungen zur Gründung einer neuen Gestaltungsschule waren, 1986, optimal, fast traumhaft. Alles stimmte oder ergab sich im richtigen Moment. Die Motivation war beseelt von der Lust, dem Zeitgeist einen Körper zu verpassen. Die Zeit war überfällig für eine alternative Gestaltungsschule in der Innerschweiz.

Der Name FARBMÜHLE, nun ein Markenname, hatte anfänglich nur einen spekulativen Charakter. Denn für das Schulgebäude spekulierten wir auf die alte Spitelmühle hinter dem Pilatusplatz, das uns von der Stadt in Aussicht gestellt wurde. Die alte Mühle ist aber abgebrannt, sie wurde an gleicher Stelle wieder rekonstruiert.


In wenigen Monaten legten wir 7 Gründungsmitglieder, Irène Wydler, Anna-Margrit   Annen, Gualtiero Guslandi, Werner Vogel, Markus Bischof, Erwin Bossard und Ruedi Schmidig, die Grundstrukturen der Schule, also Ziel, Konzept, Schwerpunkte und Angebote. Das Marketingkonzept bestand einzig in einem kleinen Artikel in der Tageszeitung. Im Juli hatten wir 18 Eingeschriebene aber noch keinen Ort.

Nun, Träume sind flüchtige Erscheinungen, ohne deren Auftrieb aber kaum etwas entstehen könnte. Folglich sind Höhen und Tiefen, die jede Realisierung mit sich bringt, notwendige Reifungsprozesse. Und diesen war und ist auch die Farbmühle unterworfen. Sie ist zwar reifer, aber noch lange nicht greiser geworden. Wir pflegen die Kontinuität, aktualisieren aber kontinuierlich unsere Angebote. In unserem Lehrteam mischen auch junge Leute mit. Studierende und Lehrteam fühlen auf unkonventionelle Art dem Zahn der Zeit nach.

 

So werden heutige Bedürfnisse wahrgenommen und umgesetzt.

Das Ziel ist jedoch gleich geblieben: die Förderung individueller gestalterischer Fähigkeiten und die Vermittlung von fundiertem Fachwissen. Einen Aspekt, der mittlerweile als Selbstverständlichkeit ins Unterbewusste entschwunden ist, will ich hier noch hervorheben: nebst über Tausenden von Studierenden, die in den 21 Jahren die Farbmühle durchlaufen und einen Weg in ihrer beruflichen Laufbahn gefunden haben,  bietet die Schule cirka 25 Lehrpersonen einen Arbeitsplatz, der zwar lange oder überhaupt nicht ein Existenzminimum sichert, aber ihnen die Möglichkeit gibt, ihre fachlichen Kompetenzen in der Vermittlung zur Diskussion zu stellen.


Die Farbmühle, im Herzen der Zentralschweiz: ist sie uns ans Herz gewachsen? Wir hoffen es. Um dies festzustellen müsste man sich vorstellen, es gäbe die  Farbmühle nicht mehr.
Unvorstellbar!

Gualtiero Guslandi, Schulleiter bis 2012 (Aus-Tritt)   Die Schule wurde 2014 geschlossen!

 

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